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MPE in der Röntgendiagnostik – eine Umfrage: Die Ergebnisse

In unserem letzten Newsletter haben wir zur Teilnahme an einer Umfrage gebeten, in der wir euch drei Fragen zu eurer aktuellen Situation als MPE in der Röntgendiagnostik gestellt haben.

128 Teilnehmer haben an der Umfrage teilgenommen. Die Ergebnisse haben wir euch graphisch dargestellt. Eure Kommentare (ganz unten) spiegeln die aktuelle Problematik, aber auch die heterogene Situation rund um den MPE in der Röntgendiagnostik gut wider.

Wir werden diese Ergebnisse mit dem Ministerium teilen und halten euch über Feedback auf dem Laufenden.

1. Wie lange besitzt ihr die Fachkunde Röntgendiagnostik? Erwerbt ihr die Fachkunde gerade? Könnt oder wollt ihr sie gar nicht erwerben?

2022 04 umfrage mpe in der röntgendiagnostik fachkunde

2. Wie viele Geräte müsst ihr ab dem 01.01.2023 voraussichtlich betreuen?

3. Seid ihr parallel noch in anderen Abteilungen (z.B. Strahlentherapie, Nuklearmedizin) tätig?

4. Eure Kommentare:

  1. Ich besitze die Fachkunde seit 2 Jahren, habe aber seitdem nicht in der Radiologie gearbeitet.
  2. Ich bin nur nebenberuflich in der Diagnostik und hauptberuflich in der Strahlentherapie tätig.
  3. Ich würde die Richtzahlen/Empfehlungen der SSK (0,06/0,08 pro Anlage) nicht als Stellenschlüssel bezeichnen. Bspw. kann der MPE-Zeitaufwand unter Nutzung eines intelligenten Dosismanagementsystems mit Fernzugriff für den MPE im Home-Office weit darunterliegen. Initial ist natürlich für den MPE die Routineeinbindung des Dosismanagementsystems mit viel Arbeit verbunden. Später sollte es zum ‚Selbstläufer‘ werden. Die weiteren Aufgaben zu denen der MPE lt. § 132 StrlSchV hinzugezogen wird, stellen in der Regel keine Dauerbelastung dar, sondern eher terminierbare Arbeitseinsätze.
  4. Ich sehe vor allem ein Problem im Sachkundeerwerb für die Fachkunde in der Röntgendiagnostik, da es zum einen wenige fachkundige MPE in der Röntgendiagnostik gibt, die ausbilden könnten und zum anderen auch am eigentlichen Arbeitsplatz wenig Zeit dafür übrig ist. Ich befürchte aber auch, dass die meisten Betreiber der Röntgendiagnostik den MPE nur auf dem Papier für erforderlich halten (es muss halt ein Trottel benannt sein), ihn aber nicht als kompetenten Partner mit eigenen Befugnissen/Kompetenzen akzeptieren.
  5. Keine Zeit für Sachkundeerwerb während des Routinebetriebs. Keine Ausbilder verfügbar. Zu wenige Plätze in den entsprechenden Kursen verfügbar. Große Unklarheit über notwendige Messmittel und Messungen. Radiologen sehen häufig nicht die Notwendigkeit, dass ihnen ein Physiker in „ihren Bereich“ „reinredet“.
  6. Hauptaufgabengebiet Strahlentherapie. Bei unseren Bestrahlungsplanungs-CT wird Röntgendiagnostik eigener Patienten mitgemacht. Habe auch nur die Teilfachkunde CT-Diagnostik (in Baden-Würtenberg gab es früher sehr umfangreiche Beantragungsmöglichkeiten von Teilfachkunden).
  7. Da ich noch im Fachkunde-Erwerb bin, kann ich die Anzahl der zu betreuenden Geräte noch nicht abschätzen.
  8. Wir würden gerne die Fachkunde Röntgendiagnostik erwerben und haben diese bereits 2019 beantragt. Die zuständige Behörde konnte uns allerdings (seit 2 Jahren) nicht ihre dazu notwendigen Voraussetzungen zur Genehmigung der Fachkunde mitteilen.
  9. Der Sinn der Umfrage erschließt sich mir nicht. In unserer Klinik gibt es bisher keine Probleme mit der Umsetzung. Daran wird sich wohl auch 2023 nichts ändern. Das Bild draußen in der radiologischen Landschaft ist allerdings sehr heterogen. Wer bis jetzt die Gesetzgebung ignoriert hat, wird 2023 erhebliche Probleme bekommen.
  10. Als Diplom-Physiker seit 33 Jahren als Einzelkämpfer in einem radiologischen Institut tätig, aber mangels Kollegen, die die Fachkunde bestätigen könnten, nicht als MPE-Radiologie anerkannt. Da ich in der Strahlentherapie mit einem Afterloading-Gerät 2002 eine Fachkunde erworben hatte, falle ich unter die Übergangslösung, die jetzt 2023 enden soll. Eigentlich müsste mal jemand das Umweltministerium wegen dieser Verarsche verklagen. (Analog zu: Jahrelang LKW gefahren mit Führerschein, behördlich akzeptiert wegen Fahrermangels, aber nach Umdefinition der Regeln nach 33 Jahren das Fahren verboten. Danke liebe Kollegen!)
  11. Fachkunde nur für Strahlentherapie, diese aber inklusive CT und XVI (CBCT).
  12. Problem ist, dass die neuen Aufgaben durch den Strahlenschutzverantwortlichen einfach auf die vorhandenen MPEs (die eigentlich in der Strahlentherapie Vollzeit ausgelastet sind) übertragen werden. Hier benötige ich als MPE Schutz durch die Behörde, die die Einhaltung des Strahlenschutzgesetzes kontrolliert. Der Strahlenschutzverantwortliche muss unbedingt und schnellstmöglich hier zur Verantwortung gezogen werden und kann nicht einfach die Aufgaben auf die vorhandenen MPEs aus der Strahlentherapie mit übertragen ohne den Personalschlüssel zu ändern! Hierbei ist die Frage wie der Strahlenschutzverantwortliche (Klinikvorstand) über die personelle Anforderung in offizieller Form unterrichtet werden kann. Es gibt dazu ja ein Positionspapier der APT. Kann das als offizielle Quelle genutzt werden und welche Dokumente sind sinnvollerweise vorzulegen um die Rechtsvorschriften hinzuweisen?
  13. Doppelbelastung durch Tätigkeit in zwei Fachgebieten.
  14. Unsere „Abteilung Zentraler Strahlenschutz“ wurde gerade erst etabliert und wird nun strukturiert und aufgebaut, geht personell aber aus einer Gruppe von MPE in der Strahlentherapie hervor.
  15. Ich werde am 01.04.2023 in den Ruhestand gehen, aber weiterhin als freiberuflicher MPE Geräte in 2 Praxen und einem Krankenhaus tätig sein.
  16. In diversen Bundesländern keine organisierte Möglichkeit zur berufsbegleitenden Weiterbildung. Man muss schon die Tätigkeit z.B. in der Strahlentherapie pausieren lassen, um sich weiterzubilden – wenn man dann eine Möglichkeit gefunden hat. Bezahlte Ausbildungsplätze sind kaum zu finden und seine eigentliche Arbeit möchte man ja auch nicht aufgeben/verlassen. Ausbildungsstellen existieren in der Regel aufgrund des Eigenbedarfs und nicht, um Personen weiterzubilden und dann wieder gehen zu lassen.
  17. Betreuung von Röntgeneinrichtungen an mehreren Standorten im Konzern. Ein Konzernweites Dosismanagementsystem steht nicht zur Verfügung.
  18. Betreuung der Röntgenanlage im Team mit 2 weiteren Kolleg*innen.
  19. Ich arbeite in der Strahlentherapie und betreue lediglich das Planungs-CT der Strahlentherapie und tausche mich mit dem fachkundigen MPE in der Diagnostik regelmäßig aus, um ihn zu unterstützen.
  20. Dadurch, dass bei uns in der Klinik der vermittelnde MPE die Vollfachkunde für alle Gebiete hat (weil das wohl früher so üblich war) hat er die Berechtigung zur Ausbildung von neuen MPE für die Diagnostik. Er arbeitet beruflich aber nicht in der Röntgendiagnostik und kann deshalb auch nicht alle Inhalte so vermitteln, wie es meiner Meinung nach nötig wäre. Ich fühle mich oft so, als würde ich mich selbst ausbilden und komme nicht so wirklich von der Stelle. Ein Netzwerk für MPE in der Diagnostik zum Austausch, etc. wäre wundervoll.
    Nach sehr knapper Besetzung in der Strahlentherapie, muss die Diagnostik mit betreut werden, was vor allem am Anfang sehr viel Zeit verschlingt und man trotzdem die klinische Routine machen muss, bringt einen persönlich an die Grenzen des machbaren. Auch die Behörde möchte nun in Hessen, dass normale Röntgeneinheiten mit MPEs betreut werden. Zeitaufwand aktuell nicht kalkulierbar.
  21. Urlaubsvertretung, Elternzeitvertretung (für 2x 1 Monat).
  22. Tätigkeit nur in Strahlentherapie (mit Planungs-CT und On-Board-Rö, also keine wirkliche Diagnostik).
fragezeichen

MPE in der Röntgendiagnostik – eine Umfrage

Gemäß der neuen Richtlinie Fachkunde für Medizinphysik-Experten müssen die ausbildenden MPE nach dem Erwerb der Fachkunde Röntgendiagnostik drei Jahre Berufserfahrung vorweisen. Darüber hinaus werden fremd-fachkundige MPE über den 01.01.2023 seitens Behörde nicht mehr für anzeigepflichtige Röntgenmodalitäten akzeptiert.

Diese Umstände führen einerseits zur Verzögerung der Ausbildung weiterer benötigter MPE und andererseits zu personellen Herausforderungen bei der Anwendung des Stellenschlüssels (0,06/CT, 0,08/Interventionsanlage).

Wir möchten von euch wissen, wie gut ihr personell auf den 01.01.2023 vorbereitet seid und würden uns freuen, wenn ihr an einer 2-minütigen Umfrage teilnehmen würdet.

Die Ergebnisse der Umfrage teilen wir euch in der Mai-Ausgabe unseres Newsletters mit.

Bfs Strahlenschutzregister 2020 Mittlere effektive Dosis nach Tätigkeiten

BfS veröffentlicht SSR-Bericht 2020

Das Bundesamt für Strahlenschutz hat den Bericht des Strahlenschutzregisters 2020 im DORIS (Digitalen Online-Repositorium und Informations-System) veröffentlicht. Insgesamt wurden ca. 420.000 beruflich exponierte Personen, davon ca. 75% aus dem medizinischen Bereich, überwacht. Die Kollektivdosis des medizinischen Personals lag bei 14,4 Personen-Sievert, die mittlere effektive Dosis pro messbar exponierte Person betrug 0,34 mSv. Der berufliche Jahresgrenzwert (20 mSv) wurde einmal, die Organ-Äquivialentdosis der Hand (500 mSv) viermal und der Monatsgrenzwert der Gebärmutter (2 mSv) 28-mal überschritten.

Weitere Informationen zur beruflichen Strahlenexposition findet ihr im sehr lesenswerten 94-seitigen Bericht zum Strahlenschutzregister im DORIS des BfS.

BfS Strahlenschutzregister 2020 Anzahl strahlenschutzueberwachter personen nach bereich
Anzahl überwachter Personen nach Tätigkeit
BfS Strahlenschutzregister 2020 Mittlere effektive Dosis nach Bereichen
Mittlere effektive Dosis nach Tätigkeit
BfS Strahlenschutzregister 2020 Verteilung effektive jahresdosis medizinisches Personal
Verteilung der effektiven Dosis bei medizinischem Personal
lutathera skizze schwerkraftmethode

Neuer Artikel zu Lutathera

Durch die Zulassung einer gebrauchsfertigen Injektionslösung von Lu-177-Dotatate (Lutathera) ist die Anwendung auch ohne eigene Radiochemie möglich und somit einem breiterem Klinikspektrum zugänglich.

In diesem Artikel geben wir euch viele Hintergrundinformationen zum Radiopharmakon sowie dessen Herstellung und beschreiben exemplarisch, wie der klinische Workflow bei der Anwendung von Lutathera aussehen kann.

In einem eigenen Kapitel zum Abfallmanagement werden die mit der Verunreinigung von Lu-177m verbundenen Probleme diskutiert. Dass eine klinische Anwendung durch Beschränkung der Therapieanzahl dennoch möglich ist, wird anhand einer Beispielrechnung verdeutlicht.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

odl bfs

ODL-Überwachung durch das BfS

Aufgrund der aktuellen Situation in der Ukraine – speziell im Gebiet um Tschernobyl – wächst in der Bevölkerung wieder die Angst vor einer nuklearen Katastrophe. Nicht zuletzt kam es deshalb zu einem Kaufrausch von Kaliumiodid-Tabletten und Discounter-Ortsdosismessgeräten.

Wir möchten deshalb an dieser Stelle auf das flächendeckende Frühwarnsystem des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) aufmerksam machen, das etwa 1.700 Messstellen in ganz Deutschland umfasst, sodass eine unerwartete Erhöhung der Ortsdosisleistung unmittelbar registriert werden kann.

Wer unsicher ist, kann den Verlauf der Gamma-Ortsdosisleistung (ODL) für alle Messstellen auf der ODL-Karte des BfS selbst beobachten. Die dort angegebenen Messwerte werden viermal am Tag aktualisiert.

news

Wir sind zurück!

Endlich ist es so weit und wir sind mit unserem neuen Design online gegangen – wir hoffen, es gefällt euch genauso gut wie uns!

In den nächsten Tagen werden wir der Seite den letzten Feinschliff verpassen und die neuen Inhalte hochladen. Anschließend werden wir die Neuerungen an dieser Stelle nach und nach präsentieren.

In der Zwischenzeit wünschen wir euch viel Spaß beim Stöbern.

Euer Wiki-Team – Moritz und Felix

Meinung Diskussion

Mastermodelle „M. Sc. + Fachkunde“ – Eine Meinung

Bedingt durch den Mangel an Ausbildungsstellen für Medizinphysik-Experten, steigt bei Studierenden die Beliebtheit des Studiengangs „Medical Radiation Sciences (M.Sc.)“ der TU Dresden und des dualen Studiengangs „Angewandte Biomedizintechnik“ an der Hochschule Hamm-Lippstadt. In diesen Modellen ist der 24-monatige Sach- und Fachkundeerwerb für die drei Bereiche Strahlentherapie, Nuklearmedizin und Röntgendiagnostik in das Studium integriert. Mit dem Abschluss können sich Absolventen folglich auf Stellenausschreibungen für ausgebildete Medizinphysik-Experten bewerben und umgehen damit die Suche nach seltenen Ausbildungsstellen. Kurz gesagt: Schneller fertig, bessere Berufsaussichten, höheres Einstiegsgehalt. Doch wo ist der Haken?

Wir haben uns die Meinung von Herrn Dr. Georg Stamm zu diesen Modellen eingeholt. Herr Dr. Stamm ist an der Universitätsmedizin Göttingen als Medizinphysik-Experte tätig. Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung und hohen Expertise im Bereich Röntgendiagnostik, tritt Herr Dr. Stamm regelmäßig als Referent auf Tagungen und Fortbildungen für MPE auf. Darüber hinaus ist Hr. Dr. Stamm Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Physik und Technik (APT), einer AG der DRG.

Die Antwort erhaltet ihr in der nächsten Newsletter-Ausgabe.

Meinung Diskussion

Neues Interview mit einem Sachverständigem vom Materialprüfungsamt Nordrhein-Westfalen

Auf unserer Ausbildungsseite stellen wir für Studierende regelmäßig Berufe abseits der klinischen Medizinphysik in Form von Interviews vor. Dabei geht es insbesondere darum, Studierenden die Breite des Berufsspektrums aufzuzeigen.

Dieses Mal haben wir ein interessantes Interview mit einem Sachverständigem vom Materialprüfungsamt Nordrhein-Westfalen geführt. Das Interview findet ihr auf unserer Seite zu anderen Tätigkeitsfeldern.

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