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Medizinphysik-Wiki meets LAP

Anfang November durften wir LAP in dessen Headquater in Lüneburg besuchen. Neben sehr interessanten Einblicken in die Produktionsstädte hatten wir auch die Möglichkeit das neue SGRT-System LUNA 3D kennenzulernen und dem Geschäftsführer Jens Gauthier einige Fragen zu stellen.

Dies ist der erste Beitrag in unserer neuen Rubrik „3 schnelle Fragen an“, in der wir Firmen die Möglichkeit geben möchten sich und aktuelle Projekte vorzustellen.

LAP ist in der Strahlentherapie weltweit bekannt und marktführend im Bereich Patientenpositionierung mittels Laserprojektion. Kürzlich wurde auf der ASTRO in San Diego (Kalifornien) ein neues SGRT-System (Surface Guided Radiotherapy System), das LUNA 3D, vorgestellt. Wie kam es dazu und was hat es mit dem Namen LUNA (lat. Mond) auf sich?

„Die Mehrheit kennt LAP als Unternehmen mit Lasern für die Patientenpositionierung. In diesem Sektor sind wir bereits mehrere Jahrzehnte im Markt und zu einer weltweiten Größe gewachsen. Unser Ziel ist es, Positionierungssysteme zu entwickeln und zu vertreiben, die in der klinischen Routine der Strahlentherapie einen Standard bilden, die Arbeit des Personals erleichtern und die Bestrahlung für den Patienten sicherer machen.  Die Entwicklung eines SGRT-Systems sehen wir als weiteren Schritt auf diesem Weg. Die SGRT liefert einen immensen Beitrag zur Erhöhung der Patientensicherheit und Bestrahlungsqualität, weshalb es sich langfristig flächendeckend etablieren wird.

Bei der Entwicklung unseres LUNA 3D mussten wir nicht bei null starten, sondern konnten auf bestehende Kernkompetenzen von LAP zurückgreifen. Wir setzen bereits seit mehreren Jahren laser- und kamerabasierte Messtechnik in der Industrie ein. Bei Produktionsprozessen in der Stahlindustrie ist beispielsweise eine hohe Präzision bei geringen Latenzzeiten und widrigen Messbedingungen (Staub, Temperatur und Lichtverhältnisse) erforderlich. Dieses Wissen konnten wir im Entwicklungsprozess des SGRT-Systems einfließen lassen. Zudem ergänzt es unsere bereits vorhandenen Systeme für die Qualitätssicherung (z.B. RadCalc, Phantome). Wir liefern Lösungen von der Patientenpositionierung, Plankontrolle und QA-Software vor der Therapie bis hin zum Monitoring der Lagerung während der Therapie. Künftig sollen die verschiedenen Systeme zusammenwachsen und den Workflow gemeinsam optimieren.

Kurz gesagt: Wir haben das Know-How und sehen auch den Markt für SGRT.

„Im Hinblick auf den Namen „LUNA“ war es uns wichtig, unsere Namenstradition auch für unser SGRT-System fortzusetzen. Bekanntlich nutzen wir standardmäßig Namen aus der Astronomie für unsere Produkte wie beispielsweise APOLLO, ASTOR oder DORADO. Unter mehreren Vorschlägen aus der Belegschaft hat „LUNA 3D“ letztlich das Rennen gemacht. Naheliegend ist die lateinische Übersetzung „Mond“, der in der Nacht über uns wacht und so gut zu einem Überwachungssystem während der Bestrahlung passt. Der Begriff passt aber auch sehr gut zu unserem Firmenstandort Lüneburg. Eine ältere Bezeichnung für Lüneburg ist Leuphana, das auch eine altdeutsche Bezeichnung für Mond ist.“

Was zeichnet das LUNA 3D System aus und inwiefern unterscheidet es sich von anderen SGRT-Systemen?

Unser Motto bei der Entwicklung war „as easy as a laser“. Um das Ziel eines möglichst anwendungsfreundlichen SGRT-Systems zu erreichen, haben wir mit Medizinischen Technologen für Radiologie und Medizinphysikern diejenigen Berufsgruppen in die Entwicklung eingebunden, die nachher auch mit dem System arbeiten. Gleichzeitig sollte das System alle SGRT Funktionalitäten erfüllen, ohne den Anwender zu behindern oder den klinischen Workflow zu erschweren. Beispielsweise besitzt LUNA 3D einen Virtual Laser, der es Anwendern ermöglicht, den Patienten wie gewohnt anhand von Lasern und nicht nur anhand von numerischen Werten zu positionieren.

Darüber hinaus soll das Produkt praktikabel und zuverlässig sein und bei hellem Umgebungslicht und unterschiedlichen Hauttypen stabile Messwerte liefern. Dies wird über eine von uns entwickelte Kalibriermethode gewährleistet.

LUNA 3D verfügt über ein vergleichsweise großes Sichtfeld, das es ermöglicht, Patienten auch in tiefen Tischpositionen außerhalb des Isozentrums zu positionieren und anschließend erst in die korrekte Bestrahlungsposition zu verschieben.

Durch den Einbau aktueller Hardwarekomponenten arbeitet das System extrem schnell, hat sehr geringe Latenzen und durch die Verwendung von blauem Licht sind wir nahezu unabhängig von der Hautfarbe oder Lichtverhältnissen. Im Übrigen ist das System so aufgebaut, dass die Adaption neuer Hardware schnell umsetzbar ist und das System dadurch mit überschaubarem Aufwand auf dem neuesten Stand gehalten werden kann.“

Welche Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkte werden von LAP zukünftig verfolgt?

„Ein wichtiges Thema ist das Zusammenwachsen von Systemen, damit die einzelnen Bereiche wie Patientenpositionierung, Dosisverifikation und Patientenüberwachung nicht mehr für sich alleinstehen. Dadurch ließen sich Prozesse in der adaptiven Bestrahlung besser automatisieren. Zusätzlich wollen wir zunehmend auch zu uns passende Partnersysteme wie z.B. die Patientenidentifikation integrieren. Dieses Konzept nennen wir LAP Plus und dient zur Steigerung der Innovation in der Strahlentherapie.“


Zulassung gemäß 510(k) für LUNA 3D ausstehend (K232031) – nicht verfügbar für den Verkauf in den USA. Die Verfügbarkeit von Produkten, Funktionen und Services kann je nach Region unterschiedlich sein.

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