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Meinung Diskussion

Fachkunde-Richtlinien im Wandel – ein Interview

Gemeinsam mit Herrn Dr. Jens Dischinger und Herrn Gerd Koletzko haben wir über die geplanten neuen Richtlinien zum Erwerb der Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz gesprochen.

Angesichts des dynamischen Marktes bestehen hohe Erwartungen an die Überarbeitung – insbesondere im Hinblick auf einheitliche Regulierungen und Praxisnähe. Ein Blick auf aktuelle Kursangebote zeigt zudem, dass der Trend eindeutig in Richtung digitaler Lernformate (eLearning, Webinare, Online-Praxismodule) geht.

Im Gespräch mit Herrn Dr. Jens Dischinger, langjähriger Geschäftsführer des Norddeutschen Seminars für Strahlenschutz in Kiel sowie Vorsitzender des Qualitätsverbundes Strahlenschutz (QSK), und Herrn Gerd Koletzko, Leiter der Strahlenschutzausbildung der LPS Berlin sowie Vorsitzender des Arbeitskreises Medizinischer Strahlenschutz (AKMed) im Fachverband für Strahlenschutz sprechen wir unter anderem über:

  • Überarbeitung, Struktur & Neuerungen
  • Aktuelle Trends und Digitalisierung
  • Perspektiven und Wünsche

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Empfehlung der SSK zur Anwendung von KI

Die Strahlenschutzkommission hat im Oktober 2025 eine umfassende Empfehlung zur Anwendung von KI bei der Bildrekonstruktion und -verarbeitung in Radiologie und Nuklearmedizin verabschiedet. Für Medizinphysik-Experten (MPE) ergeben sich daraus mehrere zentrale Handlungsfelder.

Kernaussagen des Berichts

Die SSK sieht großes Potenzial in KI-basierten Verfahren zur Dosisoptimierung und Bildqualitätsverbesserung, betont aber gleichzeitig erhebliche Risiken: KI-Verfahren können befundrelevante Information unterdrücken, verfälschen oder artifizielle Strukturen erzeugen und dies möglicherweise so subtil, dass es weder im Bild erkennbar noch anhand archivierter Daten reproduzierbar ist. In solchen Fällen würde ionisierende Strahlung ohne den rechtfertigenden medizinischen Zweck angewandt, was strahlenschutzrechtlich als problematisch anzusehen ist.

Direkte Relevanz für MPE

Der Bericht benennt den MPE explizit als unterstützende Instanz bei der Einschätzung von KI-Verfahren und deren Auswirkungen (Abschnitt 4.3). Der MPE in Radiologie und Nuklearmedizin ist für die Qualitätssicherung der Anlagen und die Auswahl von Geräten und Ausrüstungen zuständig – was KI-Verfahren ausdrücklich einschließt. Konkret ergeben sich folgende Aufgabenbereiche:

Qualitätssicherung und Testung: Die bisherigen QS-Instrumente (Phantommessungen, physikalische Kenngrößen) sind für KI-basierte Verfahren nur eingeschränkt geeignet. Standardphantome mit einfachen Geometrien können von KI-Systemen erkannt werden, was die Testergebnisse verfälscht. Der MPE muss verstehen, dass klassische Metriken wie Kontrast-Rausch-Verhältnis oder Modulationstransferfunktion allein nicht ausreichen, um die diagnostische Qualität KI-verarbeiteter Bilder zu beurteilen. Die SSK empfiehlt die Entwicklung variabler, komplexer Phantome und virtueller Qualitätssicherungsmethoden – ein Bereich, in dem MPE federführend sein dürften.

Bewertung der diagnostischen Gleichwertigkeit: Die SSK fordert, dass KI-Verfahren alle befundrelevanten Strukturen mit mindestens im Wesentlichen unveränderter Sensitivität und Spezifität erhalten müssen (Empfehlung 1). Bei Dosisreduktion in Kombination mit KI muss die diagnostische Aussagekraft mindestens der ohne KI und ohne Dosisreduktion entsprechen (Empfehlung 2). Zum Nachweis sollen Human-Observer-Studien durchgeführt werden, sofern nicht wissenschaftlich validierte messtechnische Alternativen vorliegen (Empfehlung 3). Der MPE wird hier bei der Planung und Auswertung solcher Studien gebraucht.

Überwachung im laufenden Betrieb: Die SSK empfiehlt eine kontinuierliche statistische Überwachung der KI-Modellperformance, einschließlich der Erkennung von Data Drift und Out-of-Distribution-Fällen (Abschnitt 7.3). Änderungen im Patientenkollektiv, neue Geräte oder geänderte Protokolle können die Leistungsfähigkeit eines KI-Modells beeinflussen. Regelmäßige Vergleiche zwischen KI- und konventionell rekonstruierten Bildern gehören nach Auffassung der SSK zur Implementierung dazu.

Beurteilung der Hounsfield-Einheiten in der Strahlentherapie: Für CT-Bilddaten, die zur Bestrahlungsplanung eingesetzt werden, dürfen die Hounsfield-Einheiten durch KI-Verfahren nicht signifikant verändert werden. Dies ist für MPE in der Strahlentherapie ein besonders kritischer Punkt, da die Dosisberechnung direkt auf diesen Werten basiert.

Die 15 Empfehlungen im Überblick

Die wichtigsten der 15 Empfehlungen aus MPE-Sicht betreffen die Forderung nach qualitätsgesicherter Erstellung und Anwendung aller KI-Verfahren, wobei generative Netze deterministische Ergebnisse liefern sollen (Empfehlung 4). Die SSK fordert eine zuständige Stelle, die KI-Algorithmen vor dem klinischen Einsatz auf unabhängigen Testdaten prüft (Empfehlung 5). Konventionelle Verfahren sollen weiterhin als Referenz verfügbar bleiben (Empfehlung 12). Forschung zu Testverfahren und Qualitätssicherung soll gefördert werden (Empfehlung 13), und internationale Abstimmung zu Zulassungs- und QS-Verfahren soll vorangetrieben werden (Empfehlung 14).

Besondere Herausforderungen für die Praxis

Der Bericht macht deutlich, dass die herkömmliche Trennung zwischen Gerätequalitätssicherung und Bildverarbeitungsbewertung bei KI-Verfahren verschwimmt. Wenn KI tief in den Bildrekonstruktionsprozess integriert ist – wie bei den bereits kommerziell verfügbaren Produkten von Canon (AiCE), GE (TrueFidelity) und Philips (Precise Image) – lässt sich der KI-Anteil nicht mehr separat ein- oder ausschalten. Die SSK weist darauf hin, dass diese Entwicklung sich voraussichtlich verstärken wird und Hersteller zunehmend keine Deaktivierung der KI-Komponenten mehr ermöglichen werden.

Für den MPE bedeutet das: Die QS-Konzepte müssen grundlegend weiterentwickelt werden. Phantombasierte Abnahme- und Konstanzprüfungen allein werden nicht mehr ausreichen. Stattdessen braucht es ergänzende Verfahren auf Basis virtueller Phantome, klinischer Datensätze und statistischer Überwachung – verbunden mit einem vertieften Verständnis der eingesetzten KI-Architekturen, zumindest auf der Ebene, ob es sich um Black-Box-, Gray-Box- oder White-Box-Modelle handelt und welche Klasse von Algorithmus (Post-Rekonstruktion, Physics-driven, End-to-End, generativ) eingesetzt wird.

Fazit

Die SSK-Empfehlung positioniert den MPE als zentrale Figur bei der sicheren Einführung von KI in die klinische Bildgebung. Die Aufgabe geht deutlich über die bisherige Geräte-QS hinaus und umfasst die Bewertung von Trainings- und Testdaten, die Entwicklung neuer QS-Methoden, die kontinuierliche Überwachung im Betrieb und die Beratung der ärztlichen Anwender. Gleichzeitig konstatiert der Bericht erheblichen Forschungsbedarf gerade im Bereich der QS-Methoden – was bedeutet, dass viele der benötigten Werkzeuge erst noch entwickelt werden müssen.

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Aktualisierung der DIN 25422

🔬 Die aktualisierte DIN 25422:2026 ist da – was ändert sich für die Nuklearmedizin?

Die neue Fassung der DIN 25422 bringt gezielte Anpassungen, die insbesondere auf die Planung und den Betrieb nuklearmedizinischer Abteilungen erhebliche Auswirkungen haben.

⚠️1. Geltungsbereich

In der Fassung von 2024 war die klinische Nuklearmedizin explizit vom Anwendungsbereich ausgeschlossen. Mangels geeigneter Alternativen forderten die meisten Aufsichtsbehörden die Einhaltung dennoch weiterhin ein – was aufgrund fehlender Ausnahmeregelungen häufig zu unverhältnismäßig hohen Anforderungen an den Brand- und Diebstahlschutz führte.

Mit der aktualisierten Fassung wurde dies korrigiert: Die Nuklearmedizin ist wieder in den Geltungsbereich aufgenommen.

🔥2. Brandschutz – Ausnahmeregelungen bei der Aktivitätsklassifizierung

In den Aktivitätsklassen 1 und 2 darf für einzelne Radionuklide bei der Ermittlung der Aktivitätsklasse künftig 1/10 der gelagerten Aktivität angesetzt werden. Explizit genannt werden Lu-177 und Mo-99/Tc-99m-Generatoren. Die Aufzählung ist jedoch nicht abschließend. Unter Beachtung der Anforderungen der FwDV 500 kann die Regelung auch auf weitere Nuklide angewandt werden.

🔐3. Diebstahlschutz – Ausnahmeregelungen bei der Sicherungseinstufung

Für die Nuklide Ge-68+ (Generator), I-124 und Lu-177 darf bei Aktivitäten unterhalb des jeweiligen HRQ-Wertes das 10-fache der tabellierten Sicherungswerte zur Bestimmung der Sicherungsstufe angesetzt werden. Für Mo-99/Tc-99m-Generatoren gilt bei Unterschreitung des HRQ-Wertes sogar der Faktor 20.

Weitere im klinischen Alltag häufig verwendete Nuklide wie F-18, I-131 oder In-111 werden nicht explizit aufgeführt. Eine Herabstufung des Sicherungswertes lässt sich hier jedoch auf Grundlage der Nuklideigenschaften und Aktivitätsdichte unter Berücksichtigung der SEWD-Richtlinie SisoraSt (Anhang I, Kapitel 3) begründen. Dabei sind neben der Aktivität auch die chemische Form, die Handhabungsart, die Zugänglichkeit, der Transport sowie das Missbrauchspotenzial zu bewerten.

Bei konkreten Fragestellungen zur Einstufung unterstützen wir gerne.

🧠4. Fazit

Die Neufassung der DIN 25422 trägt den spezifischen Gegebenheiten nuklearmedizinischer Betriebe deutlich besser Rechnung. Insbesondere kleinere Einrichtungen, die ausschließlich Diagnostik mit Tc-99m betreiben, profitieren: Durch die neue Ausnahmeregelung für Mo-99/Tc-99m-Generatoren kann sich eine Herabstufung der Sicherungsstufe von D auf E ergeben – mit entsprechend reduzierten baulichen und organisatorischen Anforderungen.

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Medizinphysik-Wiki Kongress 2026

WIR SAGEN DANKE!

Zwei inspirierende Tage liegen hinter uns! ✨

Am Freitag und Samstag fand der erste Medizinphysik-Wiki Kongress 2026 statt – mit spannenden Vorträgen, intensiven Diskussionen und vielen wertvollen Begegnungen rund um die Medizinphysik.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die diesen Kongress möglich gemacht haben:

Wir nehmen viele neue Impulse und Kontakte aus diesen zwei Tagen mit.

Vielen Dank, dass ihr Teil des Kongresses wart. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen!

PS: In den kommenden Tagen folgen weitere Impressionen mit Eindrücken aus dem Kongresszentrum, Gesprächen mit Ausstellern, Diskussionen und vielem mehr 📸

PPS: Gratulation an Herrn Dr. rer. nat. Nabaz Noori zum Gewinn des Radiacode103 🎉

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medizinphysik wiki kongresslogo 2026 news

medizinphysik.wiki-Kongress: Programmankündigung

🎉 Das Programm steht – der medizinphysik.wiki-Kongress 2026 kann kommen! 🎉

Wir freuen uns sehr, euch endlich das vollständige Kongressprogramm präsentieren zu dürfen.

🔍 Die wichtigsten Infos auf einen Blick:

📅 Wann?
06.03.2026 | 11:30 – 17:30
07.03.2026 | 09:00 – 14:00

📍 Wo?
Kongresszentrum am St. Anna Hospital Herne
Am Ruschenhof 24 | 44649 Herne

👥 Für wen?
👉 Medizinphysiker:innen
👉 MTR
👉 Ärzt:innen
👉 Behördenvertreter:innen
👉 und alle fachlich Interessierten

🧠 Worum geht’s?
Aktuelle, praxisnahe Vorträge aus dem Bereich Röntgendiagnostik, Krankenhauspolitik sowie Rückbau

🎤 Unsere Referent:innen (Auswahl):
Dr. Jörg Walbersloh (MPA Dortmund), Dr. Georg Stamm (Universitätsmedizin Göttingen), Dr. Christian Nitsch (Iqony Solutions GmbH), Dominik Böhm (TÜV NORD EnSys GmbH & Co. KG), Johannes Voigt (Siemens Healthineers), Martin Methlow (Curagita AG), Dr. Maria Steinberger (LMU Klinikum München), Dr. Felix Mittelstraß (St. Elisabeth Gruppe), Krankenhauszweckverband Westfalen e. V.

🏢 Unsere Aussteller:
Barco | Beckelmann GmbH | Dedalus | IBA Dosimetry | PTW | Sun Nuclear | EIZO | Siemens Healthineers

ℹ️ Anerkennung im Sinne der DGMP:
Die Veranstaltung wurde von der DGMP mit 11 Punkten zur Fort-/Weiterbildung anerkannt.

🔗 Weitere Informationen, den Kongressflyer sowie die Anmeldung findet ihr auf unserer Kongressseite:

Wir freuen uns auf zwei spannende Kongresstage und den persönlichen Austausch!

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Strahlenschutzregister – Bericht 2024

Das Strahlenschutzregister (SSR) des Bundesamtes für Strahlenschutz veröffentlicht jährlich eine umfassende Auswertung zur beruflichen Strahlenexposition in Deutschland.

1. Beruflich exponierte Personen

Gesamtzahl strahlenschutzüberwachter Personen 2024:

Im Jahr 2024 wurden in Deutschland rund 432.000 Personen strahlenschutzüberwacht. Das entspricht einem Anstieg 10.000 überwachten Personen gegenüber 2023.

Anteil im Bereich Medizin:

Genau wie 2023 beträgt der Anteil des medizinischen Personal 77 % der Gesamtzahl. Somit ist das medizinische Personal weiterhin die größte Berufsgruppe unter den strahlenschutzüberwachten Personen.

Messbar exponierte Personen:

Von allen überwachten Personen wiesen ca. 99.000 Personen eine messbare Dosis oberhalb der Nachweisgrenze auf. Davon entfielen rund 46.000 Personen (47 %) auf den medizinischen Bereich.

2. Exposition im medizinischen Bereich

Höhe der Exposition 2024 (Medizin):

Die mittlere effektive Jahresdosis für messbar exponierte Beschäftigte im medizinischen Bereich betrug 0,3 mSv.

Vergleich mit anderen Bereichen (2024):

  • Fliegendes Personal: 1,1 mSv
  • Allgemeine Industrie: 0,9 mSv
  • Kerntechnik: 0,7 mSv
  • Forschung und Lehre: 0,4 mSv
  • Medizin: 0,3 mSv
    Damit lag die mittlere effektive Dosis im medizinischen Bereich unter den meisten anderen im Bericht ausgewerteten Berufsgruppen.

Kollektivdosis:

Die Jahreskollektivdosis des medizinischen Personals betrug 14,7 Personen-Sv/a und lag damit auf Platz zwei hinter dem fliegenden Personal (42,4 Personen-Sv/a).

3. Grenzwertüberschreitungen

Grenzwertüberschreitungen 2024 (gesamt):

Im Jahr 2024 wurden unter Einbeziehung von Ersatz- und Berichtigungsmeldungen festgestellt:

  • 8 Überschreitungen des Jahresgrenzwertes der effektiven Dosis von 20 mSv (davon 4 in der Medizin)
  • 1 Überschreitung des Jahresgrenzwertes von 1 mSv (Personen unter 18 Jahren)
  • 2 Überschreitungen des Grenzwertes der Organ-Äquivalentdosis der Hand (500 mSv)
  • 1 Überschreitung des Grenzwertes der Augenlinse (20 mSv)
  • 47 Überschreitungen des Monatsgrenzwertes der Gebärmutter (2 mSv)
  • 1 Überschreitung der Berufslebensdosis (400 mSv)

Leider weist der Bericht nach wie vor über keine direkte Bereichszuordnung der Grenzwertüberschreitungen auf. Insbesondere zu Schulungszwecken wäre eine anonymisierte Veröffentlichung zur Aufarbeitung der Grenzwertüberschreitungen wünschenswert.

4. Entwicklung gegenüber 2023

Anzahl strahlenschutzüberwachter Personen:

  • 2023: ca. 422.000 Personen
  • 2024: ca. 432.000 Personen

Messbar exponierte Personen (Medizin):

  • 2023: ca. 43.000 Personen
  • 2024: ca. 46.000 Personen

Mittlere effektive Jahresdosis (Medizin):

  • 2023: 0,3 mSv
  • 2024: 0,3 mSv (unverändert)

Kollektivdosis (Medizin):

  • 2023: 13,3 Personen-Sv/a
  • 2024: 14,7 Personen-Sv/a

5. Schlussfolgerungen

  • Die durchschnittliche Strahlenexposition im medizinischen Bereich lag 2024 weiterhin auf einem niedrigen Niveau.
  • Die medizinische Berufsgruppe stellte auch 2024 den größten Anteil der strahlenschutzüberwachten und messbar exponierten Personen.
  • Die Anzahl der Grenzwertüberschreitungen blieb gemessen an der Gesamtzahl der überwachten Personen insgesamt niedrig.
    Diese Aussagen werden im Bericht ausdrücklich getroffen bzw. sind direkt aus den dargestellten Kennzahlen ableitbar.

Fazit

Der SSR-Bericht 2024 zeigt für den medizinischen Bereich eine stabile Situation gegenüber 2023: konstante mittlere Dosen, ein moderater Anstieg der überwachten und messbar exponierten Personen sowie weiterhin niedrige absolute Zahlen bei Grenzwertüberschreitungen im Gesamtkontext der beruflichen Strahlenexposition in Deutschland.

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Umfrage: Arbeitsmarktsituation MPE

In den vergangenen Jahren wurde in der Medizinphysik wiederholt vor einem zunehmenden Fachkräftemangel gewarnt, unter anderem im Zusammenhang mit der Novellierung der Strahlenschutzgesetzgebung. Parallel dazu ist der Ausbildungssektor stark gewachsen: Während es vor rund 15 Jahren nur wenige spezialisierte Studiengänge gab, existieren heute bundesweit nahezu 40 Studienangebote im Bereich Medizinische Physik.

Die Erfahrungen vieler Absolvent:innen zeichnen jedoch ein differenzierteres Bild. Trotz sehr guter Abschlüsse und hoher Umzugsbereitschaft berichten zahlreiche Nachwuchsmedizinphysiker:innen von erheblichen Schwierigkeiten bei der Suche nach einer ersten Stelle zum Erwerb der Fachkunde im Strahlenschutz. Häufig werden eine große Zahl an Mitbewerber:innen sowie ausbleibende Rückmeldungen als Gründe genannt.

Um die aktuelle Marktsituation systematisch zu erfassen und die Ableitung möglicher Handlungsbedarfe zu erleichtern, führen wir derzeit eine Umfrage durch und laden herzlich zur Teilnahme ein.

Die Bearbeitungszeit beträgt nur wenige Minuten und erfolgt vollständig anonym.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung und das Weiterleiten an Kolleg:innen.

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SSK-Bericht zu Orientierungswerten bei Röntgendiagnostischen Anwendungen

Nationale diagnostische Referenzwerte (DRW) dienen der Dosisoptimierung bei röntgendiagnostischen und nuklearmedizinischen Anwendungen. Sie werden gemäß § 125 StrlSchV vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ermittelt und veröffentlicht.
Bei ihrer Anwendung als Optimierungsgröße können jedoch verschiedene Einschränkungen auftreten:

  • Begrenzte Eignung als Zielwert: Nationale DRW entsprechen definitionsgemäß der 75. Perzentile der Medianverteilungen und stellen damit obere Richtwerte dar. Sie sind daher nur eingeschränkt als konkrete Zielwerte nutzbar.
  • Begrenzter Anwendungsbereich: DRW liegen nur für häufige Untersuchungen vor; neue oder seltene Verfahren sind in der Regel nicht abgedeckt.
  • Fehlende Indikationsdifferenzierung: Insbesondere in der Projektionsradiographie werden indikationsspezifische Unterschiede nicht berücksichtigt. Der erforderliche Dosisbedarf kann jedoch erheblich von der klinischen Fragestellung abhängen.
  • Abhängigkeit von klinischen Besonderheiten: Bei durchleuchtungsgestützten Interventionen (z. B. mechanische Thrombektomie) können Dosiswerte stark von individuellen Faktoren wie der Lage des Thrombus oder dem Behandlungserfolg variieren.
  • Unberücksichtigte Geräteausstattung: Unterschiede in der technischen Ausstattung werden in den nationalen DRW nicht reflektiert.

Ergänzung durch Orientierungswerte

Zur besseren Abbildung der klinischen Realität empfiehlt die Strahlenschutzkommission (SSK) die Ergänzung der nationalen DRW durch Orientierungswerte. Dabei werden folgende Begriffe unterschieden:

  • Typische Werte: Median der Expositionsdaten einer kleinen Zahl von Röntgeneinrichtungen. Sie dienen der internen Optimierung einer Einrichtung, z. B. zur Identifikation ungünstiger Protokolle oder zur Bewertung neuer Geräte.
  • Lokale DRW: 75. Perzentile der Expositionsdaten mehrerer Einrichtungen (> 10–20). Sie besitzen eine höhere Aussagekraft als typische Werte und können zur Anpassung oder Definition nationaler DRW herangezogen werden.
  • Nationale DRW: 75. Perzentile der Medianverteilungen einer repräsentativen Anzahl von Einrichtungen innerhalb eines Landes.
  • Regionale DRW: Median der nationalen DRW mehrerer Länder. Sie können als Orientierungsgröße für Staaten ohne eigene oder mit veralteten DRW dienen.

Datenerhebung und Qualitätssicherung

Für die Ermittlung typischer Werte und lokaler DRW existiert derzeit kein national standardisiertes Verfahren.

  • Typische Werte könnten durch Auswertung der im Dosismanagementsystem (DMS) erfassten Expositionsdaten durch den Medizinphysik-Experten (MPE) bestimmt werden. Dabei ist entscheidend, dass neben der Dosis stets auch die diagnostische Bildqualität bewertet wird – eine reine Analyse der DMS-Daten ist daher nicht ausreichend.
  • Lokale DRW könnten analog zu den nationalen Werten durch das BfS unter Nutzung der von Ärztlichen Stellen erfassten Daten ermittelt werden. Wenn die eingereichten Daten jedoch vom überprüften Betreiber ausgewählt werden, besteht das Risiko einer Verzerrung durch selektiv niedrige Werte und damit einer mangelnden Repräsentativität.

Eine weitere Möglichkeit bietet die wissenschaftliche Auswertung von Registerdaten, etwa:

Langfristig wäre auch die Implementierung eines nationalen Dosisregisters sinnvoll, um eine systematische Erfassung und Auswertung zu ermöglichen.

Empfehlung der SSK

Die SSK empfiehlt, die bestehenden nationalen DRW beizubehalten und diese zur weiteren Optimierung durch lokale DRW und typische Werte zu ergänzen. Diese sollten insbesondere für häufige Untersuchungen, dosisintensive Verfahren und indikationsspezifische Anwendungen etabliert werden.
Für die bundesweite Umsetzung wäre ein standardisiertes Verfahren – etwa in Form eines deutschen Dosisregisters – wünschenswert. Dabei sollten neben Expositionsdaten auch patientenbezogene Parameter (z. B. Körpergröße, Gewicht und bei Kindern die Körperdicke) systematisch berücksichtigt werden.

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BMUKN veröffentlich Personalanhaltszahlen

Das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) hat im Juli 2025 auf Grundlage eines Beschlusses des Fachausschusses Strahlenschutz aktualisierte Anhaltszahlen zum erforderlichen Personal für Tätigkeiten mit ionisierender Strahlung und radioaktiven Stoffen am Menschen veröffentlicht.

Diese Vorgaben dienen Strahlenschutzverantwortlichen, Behörden und Einrichtungen als Orientierung, um die gesetzlichen Anforderungen gemäß Strahlenschutzgesetz (§ 14 und § 19 StrlSchG) und Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) zu erfüllen. In einem detaillierten Tabellenwerk werden für verschiedene Bereiche – etwa Teletherapie, Brachytherapie, Nuklearmedizin, CT oder Interventionen – Mindestzahlen für fachkundige Ärzte, MPE und technisches Personal (MTR) dargestellt. Diese Anhaltswerte ermöglichen eine praxisnahe Planung des Personalbedarfs zur sicheren Durchführung strahlenbezogener Tätigkeiten am Menschen.

Im Gegensatz zu den bekannten Anhaltszahlen aus der Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin wird nun zwischen „während einer Schicht“ und „insgesamt“ verfügbarem Personal unterschieden.

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🎉 Save-the-date: Der erste medizinphysik.wiki-Kongress 2026!

Zum fünfjährigen Bestehen des medizinphysik.wiki laden wir am 06. und 07. März 2026 herzlich zu unserem ersten Kongress in das Kongresscenter Herne ein. Im Mittelpunkt stehen Austausch, Vernetzung und neue Impulse

Was erwartet Sie: 
Vorträge zu aktuellen klinischen Themen und bewusst gesetzte Off-Topic-Beiträge aus Wirtschaft, Politik und Strahlenschutz für den Blick über den Tellerrand. 

🔬 Workshops & Demonstrationen: Erleben Sie neueste Technologien hautnah und tauschen Sie Praxiserfahrungen direkt mit der Industrie aus. 

🤝 Networking: Längere Pausen und großzügige Räumlichkeiten bieten Raum für inspirierende Gespräche, vertiefte Diskussionen und neue Perspektiven. 

🎯 Zielgruppe: Medizinphysik-Expert:innen, radiologisch tätige Ärzt:innen, MTR, Sachverständige, Behörden- und Industrievertreter:innen sowie Studierende. 

👥 Teilnehmerzahl: max. 200 Personen. 

📢 Updates folgen: Das Programm wächst. Aktuelle Infos zum Kongress gibt’s regelmäßig über unsere Kanäle. 

✍️ Das Programm und Anmeldeformular stehen ab sofort zur Verfügung: 

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme! 

Freuen Sie sich auf unsere innovativen Aussteller!

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