Unser Artikel zur Wächterlymphknoten-Diagnostik (SLN) wurde grundlegend überarbeitet. Im Fokus der Aktualisierung standen die aktuelle Leitlinienlage, ein durchgehend praxisnaher Blick auf den Strahlenschutz und die Qualitätssicherung der intraoperativen Gammasonde.
Auf aktuellem Stand
Die Überarbeitung berücksichtigt die DGN-Handlungsempfehlung (S1-Leitlinie, 2024) sowie die QS-Richtlinie Nuklearmedizin (12/2024). Enthalten sind unter anderem aktualisierte Applikationsparameter nach Tumorentität (Melanom, Mamma-, HNO-, Vulva- und Peniskarzinom) und der Hinweis, dass die dynamische Akquisition beim Mammakarzinom nach aktuellem Konsensus abgewertet wurde. Auch neuere Ansätze wie die Tc-99m-PSMA-Markierung beim Prostatakarzinom werden eingeordnet.
Strahlenschutz
Vom rechtfertigenden Charakter der Indikation (§ 83 StrlSchG) bis zur Freigabe von OP-Abfall wird die gesamte Kette des Strahlenschutzes beleuchtet. Behandelt werden u. a. die Begrenzung der Handhabungsaktivität auf die Tc-99m-Freigrenze (10 MBq), die Patienten- und Personalexposition mit konkreten Richtwerten (Operateur, OP-Personal, Pathologe bleiben < 1 mSv/a) sowie die klassischen Schutzgrundsätze Abstand, Aufenthaltszeit und Abschirmung mit praktiischen Rechenbeispielen zur Zerfalls- und Freigabebetrachtung.
Highlight: Qualitätskriterien und Ortsauflösung der Gammasonde
Neu und besonders ausführlich sind die Qualitätskriterien der Messsonde: Nachweisempfindlichkeit, Energieauflösung, räumliche Sensitivität (Messkegel), laterale Ortsauflösung und Leckstellensensitivität – jeweils mit Richtwerten für Tc-99m.
Ein eigener Abschnitt beschreibt Prüfaufbau und -vorgehen zur Bestimmung der Ortsauflösung nach QS-RL: die Vermessung des Zählratenverlaufs über einer Tc-99m-Punktquelle in einem Gesichtsfeld von ± 10 cm hinter einer 3 cm dicken PMMA-Streuschicht. Dokumentiert sind der schematische und praktische Messaufbau samt Bauzeichnung des Prüfkörpers, die Korrekturen für Untergrund, Zerfall und Quellausdehnung, die Messunsicherheitsbetrachtung (Poisson-Statistik, DIN 13005) sowie die Ergebnisgrößen FWHM, FWTM und deren Verhältnis. Ergänzt wird dies um Abnahme- und Konstanzprüfung (§§ 115/116 StrlSchV, DIN 6855-1) inklusive Umgang mit der Co-57-Prüfquelle.
