Cadmium ist ein chemisches Element, das in der medizinischen Physik vor allem wegen seiner Eigenschaften gegenüber Neutronen wichtig ist. Es eignet sich–ähnlich wie Bor–besonders gut zur Abschirmung sogenannter thermischer Neutronen, also langsam bewegter Neutronen, wie sie zum Beispiel in Reaktoren oder speziellen Bestrahlungsanlagen auftreten. Der Grund dafür ist, dass Cadmium eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit besitzt, ein Neutron „einzufangen“; diese Wahrscheinlichkeit wird in der Physik als Wirkungsquerschnitt bezeichnet. Trifft ein thermisches Neutron auf Cadmium, wird es meist absorbiert und kann dadurch keine weitere Wechselwirkung mehr im Gewebeverursachen.
Cadmium wird deshalb in Abschirmmaterialien, Steuerstäben und speziellen Filtern eingesetzt, um Neutronenstrahlung zu kontrollieren und Personal sowie Patienten vor unnötiger Strahlenbelastung zu schützen. Cadmium wird im Strahlenschutz vor allem zur Abschirmung von Neutronenstrahlung eingesetzt. Aufgrund seines sehr hohen Wirkungsquerschnitts für thermische Neutronen „fängt“ es diese Teilchen besonders effektiv ein und verhindert so, dass sie weiter in den Raum oder in den Körper eindringen.
In der Praxis findet sich Cadmium zum Beispiel in speziellen Abschirmplatten, Kapseln oder Einsätzen, die vor Neutronenquellen platziert werden. In der Reaktor-und Nukleartechnik wird es zudem in Steuer-oder Regelstäben sowie in Mess-und Überwachungssystemen genutzt, um Neutronenflüsse zu kontrollieren und damit die Strahlenexposition für Personal und Umgebung zu begrenzen