Eine Metastase bezeichnet eine sekundäre Tumorläsion, die durch hämatogene, lymphogene oder kavitäre Dissemination von Tumorzellen aus dem Primärtumor entsteht – räumlich diskontinuierlich und histologisch dem Ursprungsgewebe entsprechend.
Mechanismus (Metastasierungskaskade):
Die Kaskade umfasst lokale Invasion der extrazellulären Matrix (MMPs), Intravasation in Blut- oder Lymphgefäße, Zirkulation als CTC (circulating tumour cell), Extravasation im Zielorgan sowie Kolonisation durch Überwindung des Immunsurveillance. Entscheidend ist das organotrope Metastasierungsverhalten (seed-and-soil-Prinzip, Paget 1889): Prostata → Knochen, Kolon → Leber, Mammakarzinom → Lunge/Knochen/Hirn.
Radiobiologische Relevanz:
Metastasen zeigen oft veränderte α/β-Werte und Oxygenierungsstatus gegenüber dem Primärtumor, was Fraktionierungsentscheidungen beeinflusst. Stereotaktische Radiochirurgie (SRS) und SBRT ermöglichen ablative Dosierung bei oligometastatischer Situation (≤5 Läsionen). Knochenmetastasen sind bei α/β ≈ 2–4 Gy vorteilhaft hypofraktioniert behandelbar (z. B. 1 × 8 Gy oder 3 × 9 Gy).
Prognostisch markiert die Metastasierung den Übergang von lokoregionärer zu systemischer Erkrankung – mit grundlegend verändertem Therapiekonzept (kurativ → palliativ).