Das Strahlenschutzregister (SSR) des Bundesamtes für Strahlenschutz veröffentlicht jährlich eine umfassende Auswertung zur beruflichen Strahlenexposition in Deutschland.
1. Beruflich exponierte Personen
Gesamtzahl strahlenschutzüberwachter Personen 2024:
Im Jahr 2024 wurden in Deutschland rund 432.000 Personen strahlenschutzüberwacht. Das entspricht einem Anstieg 10.000 überwachten Personen gegenüber 2023.
Anteil im Bereich Medizin:
Genau wie 2023 beträgt der Anteil des medizinischen Personal 77 % der Gesamtzahl. Somit ist das medizinische Personal weiterhin die größte Berufsgruppe unter den strahlenschutzüberwachten Personen.
Messbar exponierte Personen:
Von allen überwachten Personen wiesen ca. 99.000 Personen eine messbare Dosis oberhalb der Nachweisgrenze auf. Davon entfielen rund 46.000 Personen (47 %) auf den medizinischen Bereich.
2. Exposition im medizinischen Bereich
Höhe der Exposition 2024 (Medizin):
Die mittlere effektive Jahresdosis für messbar exponierte Beschäftigte im medizinischen Bereich betrug 0,3 mSv.
Vergleich mit anderen Bereichen (2024):
- Fliegendes Personal: 1,1 mSv
- Allgemeine Industrie: 0,9 mSv
- Kerntechnik: 0,7 mSv
- Forschung und Lehre: 0,4 mSv
- Medizin: 0,3 mSv
Damit lag die mittlere effektive Dosis im medizinischen Bereich unter den meisten anderen im Bericht ausgewerteten Berufsgruppen.
Kollektivdosis:
Die Jahreskollektivdosis des medizinischen Personals betrug 14,7 Personen-Sv/a und lag damit auf Platz zwei hinter dem fliegenden Personal (42,4 Personen-Sv/a).
3. Grenzwertüberschreitungen
Grenzwertüberschreitungen 2024 (gesamt):
Im Jahr 2024 wurden unter Einbeziehung von Ersatz- und Berichtigungsmeldungen festgestellt:
- 8 Überschreitungen des Jahresgrenzwertes der effektiven Dosis von 20 mSv (davon 4 in der Medizin)
- 1 Überschreitung des Jahresgrenzwertes von 1 mSv (Personen unter 18 Jahren)
- 2 Überschreitungen des Grenzwertes der Organ-Äquivalentdosis der Hand (500 mSv)
- 1 Überschreitung des Grenzwertes der Augenlinse (20 mSv)
- 47 Überschreitungen des Monatsgrenzwertes der Gebärmutter (2 mSv)
- 1 Überschreitung der Berufslebensdosis (400 mSv)
Leider weist der Bericht nach wie vor über keine direkte Bereichszuordnung der Grenzwertüberschreitungen auf. Insbesondere zu Schulungszwecken wäre eine anonymisierte Veröffentlichung zur Aufarbeitung der Grenzwertüberschreitungen wünschenswert.
4. Entwicklung gegenüber 2023
Anzahl strahlenschutzüberwachter Personen:
- 2023: ca. 422.000 Personen
- 2024: ca. 432.000 Personen
Messbar exponierte Personen (Medizin):
- 2023: ca. 43.000 Personen
- 2024: ca. 46.000 Personen
Mittlere effektive Jahresdosis (Medizin):
- 2023: 0,3 mSv
- 2024: 0,3 mSv (unverändert)
Kollektivdosis (Medizin):
- 2023: 13,3 Personen-Sv/a
- 2024: 14,7 Personen-Sv/a
5. Schlussfolgerungen
- Die durchschnittliche Strahlenexposition im medizinischen Bereich lag 2024 weiterhin auf einem niedrigen Niveau.
- Die medizinische Berufsgruppe stellte auch 2024 den größten Anteil der strahlenschutzüberwachten und messbar exponierten Personen.
- Die Anzahl der Grenzwertüberschreitungen blieb gemessen an der Gesamtzahl der überwachten Personen insgesamt niedrig.
Diese Aussagen werden im Bericht ausdrücklich getroffen bzw. sind direkt aus den dargestellten Kennzahlen ableitbar.
Fazit
Der SSR-Bericht 2024 zeigt für den medizinischen Bereich eine stabile Situation gegenüber 2023: konstante mittlere Dosen, ein moderater Anstieg der überwachten und messbar exponierten Personen sowie weiterhin niedrige absolute Zahlen bei Grenzwertüberschreitungen im Gesamtkontext der beruflichen Strahlenexposition in Deutschland.
