Filmdosimeter (auch: Photographisches Dosimeter) sind passive Strahlenschutzmessgeräte, die zur Personendosimetrie eingesetzt wurden. Sie basieren auf dem Prinzip der strahleninduzierten Schwärzung eines photographischen Films: Ionisierende Strahlung erzeugt in der Filmemulsion latente Bildveränderungen, die nach chemischer Entwicklung als Schwärzungsgrad (optische Dichte) quantifizierbar sind. Der Schwärzungsgrad korreliert dabei mit der absorbierten Strahlendosis.
Aufbau und Funktionsprinzip
Das Filmdosimeter besteht aus einem lichtdichten Gehäuse mit einem oder mehreren photographischen Filmstreifen sowie einem Filtersystem aus Materialien unterschiedlicher Ordnungszahl und Dicke (z. B. Kupfer, Blei, Kunststoff). Die Filter bewirken eine energieabhängige Abschwächung der Photonenstrahlung, sodass hinter jedem Filter eine charakteristisch unterschiedliche Filmschwärzung entsteht. Dieses Messprinzip erlaubt – neben der Dosisbestimmung – eine orientierende Analyse des Energiespektrums der einfallenden Photonenstrahlung.
Jeder Filterbereich des Films bildet eine eigenständige Messkomponente, aus der ein sogenannter Einzelmesswert ermittelt wird. Dieser ist energie- und winkelabhängig; Energieabhängigkeit und Winkelabhängigkeit werden im Einzelmesswert selbst nicht korrigiert. Aus der Gesamtheit der Einzelmesswerte wird mittels des filteranalytischen Verfahrens ein Personendosiswert (Hp(10) (= Ganzkörperexposition)) berechnet. Da die vorliegenden Einzelinformationen für eine präzise Spektrumsrekonstruktion in der Regel nicht ausreichen, ist ein zusätzlicher Auswertefehler inhärent, der mit dem filteranalytischen Verfahren nur schwer quantifizierbar ist.
Anwendung im Strahlenschutz
Ein bekanntes Ausführungsbeispiel ist das Gleitschatten-Filmdosimeter, das im Strahlenschutzeinsatz als amtlicher Dosisnachweis galt. Es registriert ausschließlich Röntgen- und Gammastrahlung und ist insbesondere für den Bereich 20 keV und 3 MeV geeignet. Korrekte Trageweise war dabei essenziell: Die Filmseite mit der Kennnummer musste nach außen (vom Körper weg) weisen, damit eine unverfälschte Dosismessung gewährleistet war. Fehler beim Tragen mussten auf dem Auswertebogen dokumentiert werden, um eine sachgerechte Interpretation der Messwerte zu ermöglichen. Der Auswertebogen als amtliches Dokument unterlag einer Aufbewahrungspflicht von 30 Jahren.
Historische Einordnung
Filmdosimeter galten über Jahrzehnte als Standard in der amtlichen Personendosimetrie. Aufgrund ihrer Nachteile – darunter Empfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit und Wärme, begrenzte Energiedynamik sowie die aufwändige nasschemische Entwicklung – wurden sie schrittweise durch modernere passive Dosimetersysteme abgelöst. Heute kommen überwiegend Thermolumineszenzdosimeter (TLD) und Optisch Stimulierte Lumineszenz-Dosimeter (OSL) zum Einsatz, die eine höhere Messpräzision, bessere Langzeitstabilität und eine einfachere Auswertung bieten.