Durchleuchtung (Röntgendurchleuchtung, Fluoroskopie) bezeichnet ein röntgendiagnostisches Verfahren, bei dem die zeitlich aufgelöste Projektion innerer Strukturen des Körpers in (nahezu) Echtzeit dargestellt wird. Sie dient insbesondere der dynamischen Beurteilung von Organfunktionen, Bewegungsabläufen und der instrumentellen Führung in interventionellen Prozeduren.
Technisch basiert die Durchleuchtung auf einer kontinuierlichen oder gepulsten Emission von Röntgenstrahlung durch eine Röntgenröhre und der Detektion der nach Transmission verbleibenden Strahlung mittels Bildverstärker oder Flachdetektor. Die projizierte Bildinformation wird elektronisch verarbeitet und als fortlaufende Bildsequenz auf einem Monitor visualisiert. Moderne Systeme nutzen dosisreduzierte Pulsmodi und digitale Bildverarbeitung zur Optimierung von Bildqualität und Strahlenschutz.
Die Durchleuchtung ist in zahlreichen klinischen Bereichen etabliert, darunter Angiographie, kardiologische und gastrointestinale Diagnostik, Orthopädie und interventionelle Radiologie.
Zusätzlich zur klassischen Durchleuchtung stehen an modernen Anlagen verschiedene Betriebsarten zur Verfügung, die sich primär durch Bildrate, Dosis pro Bild und den Einsatzzweck unterscheiden. Für die betriebspraktische Einordnung sind insbesondere die Modi Serienaufnahme, Einzelaufnahme und gepulste Durchleuchtung bzw. Cine relevant.

Bei der kontinuierlichen Durchleuchtung wird ohne Unterbrechung ein Echtzeit-Röntgenbild erzeugt, vergleichbar mit einem laufenden Film. Dies ermöglicht die kontinuierliche Beobachtung dynamischer Vorgänge, etwa bei interventionellen Eingriffen. Bei der gepulsten Durchleuchtung wird die Röntgenstrahlung in kurzen Intervallen ein- und ausgeschaltet, wodurch die Strahlendosis reduziert wird. Bei ausreichend hoher Bildrate pro Sekunde bleibt die Bildfolge für den Anwender nahezu fließend.
Serienaufnahmen (z.B. „DSA‑Serie“ oder Serienradiographie) erzeugen mehrere Einzelbilder mit definierter Bildrate, meist im Bereich weniger bis ca. 2–30 Bildern pro Sekunde, wobei jedes Bild mit „Aufnahme‑Dosisniveau“ (deutlich höher als im Durchleuchtungsmodus) akquiriert wird. Ziel ist eine hochqualitative, oft kontrastmittelgestützte Dokumentation definierter Phasen (z.B. arteriell, venös) oder Bewegungszustände; die Bildfolgen werden gespeichert und nachträglich ausgewertet, sind aber nicht primär für kontinuierliche Echtzeitnavigation optimiert.
Der Modus „Aufnahme“ (Einzelbild‑oder Spotaufnahme) entspricht einer konventionellen Projektionsradiographie, bei der ein einzelnes Bild mit hoher Dosis pro Bild, hoher Ortsauflösung und meist optimierter Belichtungsautomatik erstellt wird. Er dient zur statischen Beurteilung von Anatomie, Implantatlage oder Kontrastverteilung in einemdefinierten Zeitpunkt und ist typischerweise unabhängig vom Durchleuchtungsprozess(z.B. „Spot“ während oder nach der Intervention).
Cine‑Modi (Cineangiographie, Cine‑Loop) sind hochfrequente Bildsequenzen (typischerweise 15–30 Bilder pro Sekunde oder mehr), bei denen jedes Bild mit annähernd aufnahmeäquivalenter Dosis und sehr guter zeitlicher und räumlicher Auflösung akquiriert wird. Sie werden insbesondere in der Koronarangiographie und kardiovaskulären Bildgebung genutzt, um schnelle dynamische Prozesse (Herzzyklus, Kontrastmittelpassage) mit diagnostischer Qualität zu erfassen und zu speichern.